Künstlerinportrait des Monats
November 2025
Regine Merz
Malerin
Ein Interview mit der Malerin Regine Merz
Frage: Bitte stelle dich unseren Lesern kurz vor. Wer bist du und was machst du als Künstler?
RM:Ich bin Regine Merz, 1961 in Nürnberg geboren, habe an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg Malerei studiert und lebe seit 2002 in Bad Neustadt/Saale. Ich bin freischaffend tätig und habe bis Sommer 2025 an verschiedenen Schulen Kunst unterrichtet.
Frage: Wann und wie hast du begonnen, dich künstlerisch zu betätigen ?
RM:Schon sehr früh habe ich das Malen und Zeichnen für mich entdeckt, – stundenlang konnte ich mich damit beschäftigen.
Frage: Gab es einen bestimmten Moment oder Einfluss, der dich dazu inspiriert hat?
RM: Es waren die Farben, die mich als Kind so fasziniert haben, die Wirkung verschiedener Farben nebeneinander: Farbklänge. Eine ganz neue Farbe wollte ich erfinden, eine neue Ausdrucksform. Mein Wunsch war, Malerin zu werden.
Frage: Was sind deine bevorzugten Medien oder Techniken, mit denen du arbeitest?
RM: Das Liebste sind mir schon meine Ölfarben, aber ich zeichne auch viel mit den unterschiedlichsten Mitteln, mache Collagen, Druckgrafik… experimentiere mit verschiedenen Materialien.
Frage: Welche Themen oder Motive inspirieren dich in deiner Kunst?
RM: Einfach gesagt – das Leben! Zum einen die sichtbare Welt, die uns umgibt, die Natur, ganz alltägliche Dinge, z.B. die Freude über den Zwetschgenbaum in meinem Garten. Zum anderen fordert mich mein Innenleben heraus, Bilder an die Oberfläche zu bringen. Diese Bilder entstehen aus dem Bauch heraus. Sie enthüllen mir Vieles aus meinem Unterbewusstsein. Es geht um tiefe menschliche Gefühle, Erlebtes, Erfahrungen aus der Vergangenheit.
Eine dritte Inspirationsquelle für mich ist die Musik.
Frage: Kannst du uns etwas über deine kreativen Prozesse erzählen? Wie gehst du vor, wenn du ein neues Kunstwerk schaffst?
RM: Ein Kunstwerk ist für mich wie eine Komposition in der Musik, zusammengesetzt aus Tönen, Klängen, Rhythmus, Tempi usw., ein Bild aus Form, Farbe, Kontrasten, Raum usw., – am Schluss fließt alles zu einer Einheit zusammen.
Manche Arbeiten reifen langsam in mir, bis dann der Zeitpunkt ist und ich sie realisiere, bei anderen geht es ganz schnell, ohne nachzudenken und das Motiv entsteht aus dem Tun heraus.
Frage: Gibt es andere Künstler oder Kunstbewegungen, die einen Einfluss auf deine Arbeiten haben?
RM: Da gibt es Vieles: Die Schönheit der Darstellungen des Menschen in der Renaissance, die Sinnlichkeit und Dramatik bei Caravaggio, die psychologische Einfühlung in Rembrandts menschlicher Gestaltung aber auch Picasso,- seine weinenden Frauen, sein Guernica. Ganz wichtig sind Künstlerinnen wie Artimisia Gentilesci, Frida Kahlo und Louise Bourgoise, die in ihren Werken Themen, wie Angst, schmerzhafte Erfahrungen aus der Kindheit verarbeitet und transformiert.
Frage: Wie würdest du deinen künstlerischen Stil beschreiben?
RM: Mein künstlerischer Stil bewegt sich zwischen Figuration und Abstraktion. Es besteht ein Dialog zwischen innerer Empfindung und äußerer Wahrnehmung, zwischen Ausdruck und Realität.
Frage: Welche Bedeutung hat Kunst in deinem Leben?
RM: Meine Kunst und mein Leben sind für mich untrennbar. Die Kunst ist meine treueste Begleiterin und Gehilfin. Kunst ist einfach der Weg, den ich gehe.
Frage: Hast du besondere Ziele oder Projekte, an denen du derzeit arbeitest oder auf die du hin arbeitest.
RM: Ich möchte weiterhin Ausstellungen machen und versuchen, meine Werke mehr in die Öffentlichkeit zu bringen.
Frage: Was möchtest du mit deiner Kunst beim Betrachter erreichen oder vermitteln?
RM: Ich möchte, so wie in der Musik, die Seele berühren. Robert Schumann sagt: „Licht senden in die Tiefen des menschlichen Herzens, – des Künstlers Beruf.“ Und die Mitmenschen motivieren, ihr eigenes Licht leuchten zu lassen.
Frage: Hast du einen bestimmten Lieblingsmoment oder Erfolg in deiner künstlerischen Karriere, den du gerne teilen möchtest?
RM: Ich bin einfach glücklich und dankbar, dass ich die Kunst habe, in der ich mich ausdrücken kann. Das bedeutet für mich große Freiheit.
Frage: Wie gehst du mit künstlerischer Blockade oder Rückschlägen um?
RM: Künstlerische Blockaden sind immer Herausforderungen um mit neuen kreativen Lösungen darauf zu reagieren. Kunst findet immer einen Ausweg ! 🙂
Frage: Gibt es etwas, was du jungen aufstrebenden Künstlern raten würdest?
RM: Wichtig ist es, auf sich selbst zu hören und ehrlich zu sein. Die Natur ist Vorbild.
Frage: Wie siehst du die Kunst in der Gesellschaft heute?
RM: Sich künstlerisch betätigen heißt kreativ sein: der Mensch wird zum Schöpfer. Jeder Mensch trägt ein kreatives Potential in sich, das er entwickeln kann, Fähigkeiten, mit denen er dir Gesellschaft bereichert – vorausgesetzt, dass er frei von Manipulation ist. Das meint Joseph Beuys mit seinen Worten:
„Jeder Mensch ist ein Künstler.“ Ohne Kreativität, ohne Kunst verroht die Gesellschaft, wird seelenlos.
Frage: Gibt es etwas, was du unseren Lesern gerne über dich vermitteln möchtest, das sie vielleicht noch nicht wissen
RM:Abschließend will ich sagen, Kunst ist für mich ein Weg voller Abenteuer, um mein Inneres zu erforschen, zu hinterfragen und zu mir selbst zu kommen. Ich denke das lohnt sich.
Vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast, um unsere Fragen zu beantworten.
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