Künstlerinportrait des Monats
März 2026
Eva Warmuth
Bildhauerin und Performance Künstlerin
Ein Interview mit der Akademischen Bildhauerin, Erd- und Pflanzenkünstlerin Eva Warmuth alias Eva Luna
Frage: Bitte stelle dich unseren Lesern kurz vor. Wer bist du und was machst du als Künstlerin?
EW: Künstlerin zu sein ist für mich die Möglichkeit mich selbst zu erschaffen. Indem ich verborgenen Ideen nachgehe und sie sichtbar werden lasse, bringe ich mich selbst in Existenz. Nach Stunden intensiver künstlerischer Auseinandersetzung bin ich müde und glücklich. Ich stelle mich vollständig in den Dienst meiner Werke und bin dann oft selbst überrascht was sich zeigt.
Leider passt diese Art zu arbeiten nicht allzu oft in meinen normalen Alltag. Deshalb muss ich auch als Künstlerin Management beherrschen um all die täglichen Aufgaben zu erfüllen, die jeder Mensch zu tun hat.
Wenn ihr meine Arbeiten als Bildhauerin kennenlernen wollt besucht meine Website:
Wenn ihr meine Arbeit als Performance Künstlerin kennenlernen wollt besucht:
www.ensemble-wachstumszonen.de
Frage: Was sind deine bevorzugten Medien oder Techniken, mit denen du arbeitest?
EW: Viele Jahre habe ich bildhauerisch gearbeitet, mit Steinen, Metall, Bronze… Inzwischen habe ich meinen Schwerpunkt verschoben. Ich arbeite im Team mit meinen Kollegen vom Ensemble Wachstumszonen:
Wir erforschen Innen- und Außenwelten, die wir in einem Gesamtwerk als Performance sichtbar machen. Es geht darum, mit Hilfe verschiedener künstlerischer Praktiken unserem Publikum eine Erfahrung zur Verfügung zu stellen und die Zuschauer möglichst tief in das Geschehen hinein zu holen.
Frage: Welche Themen oder Motive inspirieren dich in deiner Kunst?
EW: Für mich sind es immer die Themen aus der Natur, die ich für besonders wichtig halte. Im Laufe unserer Kulturgeschichte haben wir Menschen uns mehr und mehr von der direkten Berührung mit der Erde und der Natur abgekoppelt. Das verursacht so viel Verwirrung und große Probleme in unserer Mitwelt. So ist mein Ansinnen über die Berührung mit den Schöpfungsprozessen wieder eine Anbindung an das Irdische zu finden. Im besten Fall entsteht daraus Achtsamkeit gegenüber mir selbst und allen anderen Geschöpfen.
Frage: Kannst du uns etwas über deinen kreativen Prozess erzählen? Wie gehst du vor, wenn du ein neues Kunstwerk schaffst?
EW: Das ist eine sehr interessante Frage, denn sehr lange Zeit bewege ich ein Thema im Inneren ohne, dass etwas sichtbar wird. Ich bin dann in zwei Welten. Auf der Oberfläche erledige ich meine Aufgaben im Alltag und innen beschäftige ich mich mit künstlerischen Fragestellungen. Wenn ich dann mit einer Arbeit starte gibt es bereits eine Spur, der ich folge. Durch mein praktisches Arbeiten konzentriert sich ein Thema immer mehr. Gute Ergebnisse sind immer ein Konzentrat aus den vorangegangenen inneren Prozessen. Meine bildhauerische Arbeit ist ein langsamer Prozess. Dabei können alle Gedanken in die Ruhe kommen. Mit der Zeit werde ich leer. Das ist ein glückseliger Zustand.
Mit dem Ensemble Wachstumszonen begebe ich mich in ein morphogenetisches Feld mit allen anderen KünstlerInnen. Wir einigen uns auf ein Thema und aus der Gemeinschaft wachsen die Ideen.
Frage: Gibt es andere Künstler oder Kunstbewegungen, die einen Einfluss auf deine Arbeit haben?
EW: Ich bin ein Mensch mit vielfältigen Wahrnehmungen und deshalb findet ständig Einfluss in meine Arbeit statt. Als Künstlerin bin ich in der Lage den Zeitgeist zu spüren und emotionale Strömungen aufzunehmen, die ich in Bilder umwandle. Meine Auftraggeber bekommen meistens mehr als sie sich vorstellen können.
Frage: Wie würdest du deinen künstlerischen Stil beschreiben?
EW: Ich habe figürliche Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg und freie Bildhauerei an der School of Visual Arts in New York studiert. Ich beherrsche figürliches und abstraktes Arbeiten. Für meine Auftraggeber mache ich was für die gewünschten Orte passend ist. Künstlerin zu sein bedeutet lebenslanges Lernen. Was ich heute im Ensemble Wachstumszonen entwickle unterscheidet sich sehr von dem was ich studiert habe. Es geht einfach immer weiter….
Frage: Hast du besondere Ziele oder Projekte, an denen du derzeit arbeitest oder auf die du hinarbeitest?
EW: Im Moment liegt mir die Entwicklung unserer Demokratie besonders am Herzen. Unsere Freiheiten in Deutschland ermöglichen einen enormen Entwicklungsraum für Menschen. Kreativität ist eine der Fähigkeiten, die uns Menschen eigen ist. Das wird in Zukunft immer bedeutender werden. Mein aktuelles Thema heißt „Verwandeln“. Dabei geht es darum die aktuellen Fragestellungen zu nutzen und aus Problemen Lösungen zu formen, die Freude bringen.
Frage: Was möchtest du mit deiner Kunst beim Betrachter erreichen oder vermitteln?
EW: Ich stelle ein Erfahrungsfeld zur Verfügung. Wenn eine Berührung stattfindet, ist das wunderbar.
Frage: Hast du einen bestimmten Lieblingsmoment oder Erfolg in deiner künstlerischen Karriere, den du gerne teilen möchtest?
EW: Ich freue mich über jeden Moment, den ich teilen kann. Über Kunst ist eine enorm tiefe Begegnung möglich. Diese Begegnung hat auch immer eine besondere Nachhaltigkeit.
Frage: Gibt es etwas, das du jungen aufstrebenden Künstlern raten würdest?
EW: Ich rate jungen KünstlerInnen immer alles zu geben, jede Arbeit so gut wie es nur geht zu verwirklichen. Ich rate niemals aufzugeben, sondern weiter zu gehen und den inneren Themen Ausdruck zu verleihen. Das ist die Kontaktstelle von Herz zu Herz.
Vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast, um unsere Fragen zu beantworten.
Kontakt: www.eva-warmuth.de * www.ensemble-wachstumszonen.de * Facebook












